Beispielreading-Verstorbenenkontakt:
An dieser Stelle möchte ich Euch gerne einmal zwei Beispiele von Verstorbenenkontakten vorstellen. In den meisten Fällen werden mir vor Kontaktaufnahme Fragen übermittelt, die ich dem betreffenden Verstorbenen stellen soll, doch es kommt auch desöfteren vor, dass keine Fragen bzw. kaum Fragen zu stellen sind und der Sitter sich einfach wünscht, zu erfahren, wie es dem lieben Übergegangenen denn geht, wo er ist, oder wie er seinen Tod erlebt hat.
Deshalb stelle ich hier nun zwei verschiedene Readings ein, einmal der „Normallfall“ mit Fragen des Sitters und im Anschluss daran ein Beispiel-Reading ohne großartige Fragestellung im Vorfeld.
Reading Nr. 1
Vor einiger Zeit durfte ich für eine Dame einen Kontakt mit ihrem Vater herstellen, den ich an dieser Stelle einmal als Beispielreading auf meine Seite stellen möchte.
Zum einen, weil der Kontakt sowohl einen eher „spektakulären“ Verlauf hatte und auf der anderen Seite wieder, weil es im zweiten Anlauf eine „gute“ Übermittlung repräsentiert, wie sie alltäglich und durchschnittlich ist.
Ich bedanke mich recht herzlich bei Frau M. dafür, dass sie mit einer Veröffentlichung des Readings einverstanden war. Ich werde Frau M. im Folgenden auch mit „Sitterin“ und ihren Vater mit Herrn H. bezeichnen.
Als die Fragen und Daten zur Übermittlung der Sitterin bei mir eintrafen, bekam ich sofort Besuch von einem Herren. Es erschien mir doch recht ungewöhnlich, im Besonderen, weil ich das Gefühl hatte, dieser Herr hielte mich „bewusst“ von einer Kontaktaufnahme mit dem Vater der Sitterin ab. Ich wusste nicht genau, wie und wo ich ihn einordnen sollte, deshalb teilte ich Frau M. vor tatsächlichem Abhalten des Readings u.a. folgendes mit:
„Ich las also Deine Fragen und dachte bei mir, dass ich mir wünsche, einen sehr guten Kontakt zu bekommen, weil die Fragen doch sehr wichtig sind und es tatsächlich noch viel zu klären gibt.
Da tauchte ein Mann bei mir auf, ca. 1,70 m groß (vielleicht ein wenig größer), er streichelte meinen Arm, drückte mich und sagte: „Keine Angst, Mädchen, das kriegen wir schon hin, ich werde Dir helfen, Du wirst es nicht einfach haben mit ihm.“ Ich musste immer an den Namen „NAME“ denken. Wie gesagt der Mann war nicht viel größer als ich, war eher zart gebaut, hatte aber einen kleinen Bierbauch, er war braungebrannt und trug eine eckige Metallbrille, die Haare waren grundsätzlich hellbraun, doch sie hatten einen goldenen Ton, so als seien sie von der Sonne ausgeblichen. Ich versuche, Dir jetzt den Typ dieses Mannes zu beschreiben. Ein rüstiger Mitt-Sechziger, der viele Freunde hat, immer ein Späßchen auf den Lippen, ein Typ, der entweder sehr gerne in der Welt herumreist oder aber in seinem Kleingartenverein mit seinen Freunden und Bekannten feiert. Ich sah ihn beim Rosenschneiden und ihn lachend in geselliger Runde mit Bierflasche stehen.
Da ich leider nicht weiß, wie und wo ich den Herrn einordnen soll, habe ich Dir diese Beschreibung vor Reading-Beginn mitgeteilt.“
Meiner Ansicht nach handelte es sich nicht um eine übergegangene Seele, ich hielt die Seele im ersten Moment tatsächlich für den Vater der Sitterin, der sich noch im erdnahen Bereich befand. Ich irrte mich und die Zusammenhänge klärten sich erst viel später.
Das tatsächliche Reading – erster Versuch:
Morgan: Wir wünschen mit Herrn H. Kontakt aufzunehmen, Vater von Frau M……
Ich sehe wieder den Mann, der mir zuvor schon erschienen ist. Ich bitte meine Guidin mir zu helfen, weil ich etwas unsicher bin über den Verlauf des Anfanges. Meine Guidin steht da und nimmt mich ebenfalls in den Arm, so wie der Mann es zuvor getan hatte.
Ich bitte sie darum, den Kontakt herzustellen und sie sagt, es sei doch schon jemand da. Ich sehe wieder diesen Mann im Garten stehen, mit einem dunkelblauen Pullover, ein leichtes flachsiges Grinsen im Gesicht. Ich frage ihn, bist Du der Vater von Frau M.. Er sagt: ich wäre es sehr gerne.
NAME – mir kommt wieder der Name ……in den Sinn. Er scheint sich in dem Kontakt immer wieder vorzudrängeln, er lässt mich nicht durch.
Ich musste kurz abbrechen, weil es mir so vorkam, als solle keine Kommunikation zustande kommen.
Meine Guidin gibt mir den Rat, erst einmal abzubrechen und die Antwort von Frau M. abzuwarten.
Frau M. teilte mir vor dem zweiten Reading mit, dass sie zwar in der Beschreibung des Herrn vage ihren Vater ekennen könne, doch der NAME würde auf den Bruder des Vaters hinweisen. Sie war sich unsicher.
Reading zweiter Versuch:
Morgan:
Wir bitten nunmehr erneut einen Kontakt mit H. dem Vater von Frau M.
Der Kontakt kommt sehr schnell zustande. Meine Guidin steht wieder in dem kleinen hellen Raum vor ihrer Tür, die Tür öffnet sich und es erscheint ein Herr, der hindurch tritt.
Der Herr ist ca. 1,75 groß wirkt leicht untersetzt, ist von der Statur her eher kräftig. Er trägt keine Brille, eine eher hellere ältere Gartenhose, es könnte Cord sein, die Hose passt dem Herrn nicht richtig, sie ist ihm einerseits zu groß, dass sie um seinen Körper schlackert, andererseits liegt sie eng an um den Bauchumfang, sie wird mit einem schwarzen Gürtel gehalten. Er macht auf mich den Eindruck eines sehr naturverbundenen Menschen, der es liebt, sich in der freien Natur zu beschäftigen.
Feedback der Sitterin: Die Beschreibung trifft eindeutig zu.
Morgan:
Bist Du Herr H., Vater von Frau M.?
Herr H.:
Ja, ich bin Herr H., es tut mir leid, das letzte Mal bin ich nicht zu Dir durchgedrungen.
(wieder hab ich den Namen von vorhin im Kopf)
Dieses Mal fällt es mir leichter. Es ist niemand da, der die Verbindung stört.
Morgan:
Lieber Herr H., damit Deine Familie dich erkennen kann, wünsche ich mir nun, dass Du mir einige Hinweise zu Deiner Person übermittelst. Wäre das möglich?
Er zeigt mir, wie er in einem Garten steht, wieder diese ältere Gartenhose trägt, und einen dunkelblauen Pullover; er hat eine Schirmmütze auf, um sich vor der Sonne zu schützen und werkelt vor sich hin.
Jetzt bekomme ich noch kurz ein Bild von Gummistiefeln. Er bückt sich, obwohl es ihm nicht so leicht fällt und gräbt ein kleines Beet um. Jetzt erscheint neben ihm der Mann, den wir vom letzten Reading her kennen. Herr H. schaut hoch und die beiden unterhalten sich.
Feedback der Sitterin: Trifft wieder haargenau zu (außer die Person die neben ihm erscheint)
Morgan:
Ich gehe davon aus, dass sie sich sehr gut kennen, ein Bekannter oder Freund, jemand, der sehr viel über Herrn H. weiß, mit ihm vieles geteilt hat, bei dem er so manchen Gedanken ausgesprochen hat, den er sonst niemals preisgegeben hätte. Ein Vertrauter. Herr H. kommt hoch aus seiner gebückten Haltung und schaut den Herrn skeptisch an, so als wäre die freundliche Umgangsweise nur ein Schein, so als sei zwischen Ihnen etwas geschehen, was Herrn H.s Vertrauen erschüttert hat. Aber Herr H. ist ein ruhiger Mensch, so dass er sich bemüht, den Herrn nicht wissen zu lassen, wie seine wahren Gefühle sind.
Feedback der Sitterin: Über diese Person ist uns leider nichts bekannt.
Morgan:
Lieber Herr H., hast Du noch ein Erkennungszeichen für uns??
Mein Focus wird nun auf eine (blaue) Schirmmütze gelenkt, die er auf dem Kopf trägt, er nimmt sie kurz ab und hängt sie über einen kleinen Jägerzaun aus Holz.
Nun zeigt Herr H. mir eine Ansicht. Er steht auf einem erhöhten Punkt in der Landschaft und zeigt mir den atemberaubend schönen Ausblick. Er sieht hinunter, die Abendsonne steht tief und bis zum Horizont erstreckt sich eine
Ebene von farbenfrohen Feldern. Ich muss an ein Weinanbaugebiet denken. Herr H. genießt diesen Anblick, er zeigt mir nun derbe Schuhe voll Lehm mit dickem Profil, ich kenn mich nicht so gut aus, aber es könnten Wanderschuhe
sein.
Feedback der Sitterin: Voll zutreffend. Er wohnte an der Deutschen Weinstrasse mitten im Weinanbaugebiet direkt am Waldrand. Er ist oft wandern gegangen und wir haben an einem schönen Aussichtspunkt mit Blick auf´s Tal und die Weinberge Rast gemacht. Hier hat sich Vater gerne aufgehalten.
Morgan:
Ist es möglich, dass uns Herr H. hier einen Ort zeigt, der ihm sehr am Herzen gelegen hat?? Ein Ort, an dem er sich auftanken konnte?
Feedback der Sitterin: Siehe oben.
Morgan:
Lieber Herr H., gibt es noch mehr Erkennungszeichen für uns?
Ich bekomme ein kurzes Bild einer Beerdigung auf einem kleinen ländlichen Friedhof, mir scheint als wäre auch dieser kleine Friedhof leicht hügelig angelegt. Ich erhasche einen sehr kurzen Blick auf einen dunklen Sarg, ich kann es nicht genau erkennen, aber ich halte es für möglich, dass es sich um schwarzen Schleiflack handelt, darauf ist ein buntes Blumenbouquet, Farben weiß – gelb – rot ?!
(der Blick war wirklich sehr sehr kurz)
Feedback der Sitterin: Der Friedhof ist klein und tatsächlich nicht ebenerdig. Der eigentliche Sarg war zwar hell, jedoch fand eine Feuerbestattung statt. Die Urne war schwarz mit einem goldenen Rand. Das Blumenbouquet war aus weißen und roten Rosen. Die Mutter warf als letzten Gruß zwei gelbe Rosen ins Grab.
Morgan:
Jetzt bekomme ich Schmerzen im Bauch und auf der Rückenseite ca. Höhe Taille. Ich glaube es ist die Galle oder die Leber. Die Schmerzen sind auf der rechten Seite des Körpers. War Herr H. an der Leber oder Galle erkrankt??
Feedback der Sitterin: Er hatte früher einmal eine Gelbsucht. Er hatte vor der OP aber oft Schmerzen im Oberbauch, wurde nie genau untersucht.
Morgan:
Deine Tochter hat mir Fragen für Dich mitgegeben, darf ich sie Dir nun stellen, so wie ich sie erhalten habe??
Herr H. bejaht.
Frau M.:
Deine Todesursache war nicht eindeutig. Kannst du mir sagen, woran du gestorben bist und musstest Du lange kämpfen??
Herr H.:
Meine tatsächliche Todesursache war ein Ermüden des Kreislaufes, mein Herz wollte diese Tortur nicht mehr mitmachen, es war erschöpft von Medikamenten und Operation.
Feedback der Sitterin: Wir nahmen an Herzinfarkt oder eine Lungenembolie. Von ärztlicher Seite konnte es nicht genau gesagt werden.
Frage von Frau M.:
Wie geht es Dir?
Herr H.:
Na ja, ich bin noch nicht lange wirklich hier, es geht mir nicht schlecht, aber eingelebt habe ich mich auch noch nicht. Ich mache mir im Augenblick meine Existenz selbst schwer, weil mich noch Fragen beschäftigen, die ich nicht mehr stellen konnte. Man sagt mir hier, dass diese Dinge für mich nicht mehr wichtig sind, aber ich fühle auch noch eine Verantwortung Euch gegenüber. Wahrscheinlich weil ich immer die Verantwortung für Euch übernommen habe.
Frau M.:
Fühlst Du Dich wohl?
Herr H.:
Gesundheitlich geht es mir ausgezeichnet. Doch ich hatte noch Schmerzen als ich hier eintraf. Ich war zu sehr in Eurer Welt verhaftet als dass ich alles hätte einfach so vergessen können. Die Schmerzen, die ich hatte, habe ich mir selbst gemacht, weil ich zuerst nicht begreifen konnte, dass der Kampf
nunmehr vorbei ist und dass ich nun keine Schmerzen mehr zu haben brauche.
Mein rationaler Verstand hat mich nicht sofort annehmen lassen, was möglich gewesen wäre.
Frau M.:
An welchem Ort befindest Du Dich jetzt?
Herr H.:
Mittlerweile bin ich bei den anderen. Als ich eintraf, war ich an einem Ort, den sie hier „Erholungsheim“ nennen. Dort dürfen wir uns ausruhen von den Strapazen und dürfen wieder zu uns selbst finden. Für mache ist der Aufenthalt im Erholungsheim nicht sehr angenehm, weil sie sich ihre Fehler noch einmal ansehen müssen. Es ist ein Ort, an dem sich die Seele abspaltet vom Leben der Inkarnation. Ein neues Ich-Vertständnis wird geweckt, Ich und zugleich Wir. Indem man begreift, dass man nun tatsächlich im Paradies ist, vergehen Schmerzen, Angst und Trauer aus dem Leben davor. Ich hatte eine liebe Dame an meiner Seite, die mir sehr geholfen hat.
Er zeigt mir eine ältere Dame mit grauen Haare; kürzere aufgedrehte lockige Haare (sie haben den typischen Lila-Ton vom Festiger), sie trägt eine dunkle Brille im Stile der fünfziger Jahre. Sie ist eher klein und zierlich.
Herr H.:
Jetzt, wo ich nicht mehr allzu sehr mit Euch und dem Geschehen verhaftet bin, fühle ich mich zum ersten Mal frei, wohl, ohne Schmerzen, ich kann endlich genießen, woran ich niemals geglaubt habe. Das war auch der Grund dafür, dass ich so lange mit mir selbst zu kämpfen hatte. Ich konnte nicht glauben, dass nun alles vorbei ist, dass jemand den Schalter anstellt und alles ist auf einmal schön. Dazu hatte ich zu sehr meine eigenen Vorstellungen zum Gesetz
gemacht. Jetzt erst fange ich an zu begreifen, welches Geschenk diese Existenz hier ist.
Frau M:
Bekommst Du die Geschehnisse in der Familie mit?
Herr H.:
Wie schon erwähnt, in der letzten Zeit habe ich sehr mit mir selbst kämpfen müssen. Ich habe mich vordringlich mit mir und meinem Glauben und den Glaubenssätzen sowie mit meinen Taten in der letzten Inkarnation beschäftigen müssen, sodass nicht viel Zeit für mich blieb, mich mit Euch zu beschäftigen. Es war auch nicht gerne gesehen, dass ich das tue. Und in der Lage bin ich erst durch die freundliche Hilfe meiner Begleiterin.
Er zeigt mir wieder die alte Dame.
Meine Fähigkeiten haben sich noch nicht in der Art und Weise entwickelt, dass ich wirklich von alleine Kontakt aufnehmen könnte.
Frau M.:
Was hat es mit der Stadt A. auf sich?
Im Traum hast Du mir gesagt, ich solle Dich hinbringen.
Wie und warum soll ich es tun?
Herr H.:
Ich habe lange Jahre ein schlechtes Gewissen gehabt und einen schrecklichen Verdacht mit mir herumgetragen. Damals als ich noch sehr jung war, hat es ein Mädchen gegeben, die ich sehr mochte, ich mochte sie, ja, aber mehr nicht.
Mir erscheint es, als würde Herr H. nicht gerne über diese Sache sprechen, als sei er überhaupt ein Mensch gewesen, der sehr selten seine wahren Gefühle preisgegeben hat, in der Hauptsache auch, um nicht erkannt zu werden in seiner eigenen Sensibilität und auch, um nicht die Pferde scheu zu machen, wenn er eine Sache nicht hundertprozentig belegen und beweisen konnte. Er hat oft in sich gekehrt über Dinge nachgedacht, aber, wenn er gefragt wurde, hat er nur allzu schnell abgelenkt.
Feedback der Sitterin: Hier wird genau das Wesen meines Vaters beschrieben.
Herr H.:
Später habe ich gehört, dass sie ein Kind von mir bekommen hat. Es ist nie die Wahrheit herausgekommen, weil auch sie sehr schnell heiratete. Somit hatte ihr Kind einen Vater. Einerseits war ich froh, dass sie geheiratet hatte, weil ich sie nicht hätte heiraten wollen und können, aber ich hatte ein schlechtes Gewissen, dem Kind gegenüber und Euch gegenüber. Noch in diesem Augenblick weiß ich tatsächlich nicht, ob die Geschichte nur erfunden war.
Der NAME des anderen Herrn erscheint wieder in meinem Kopf.
Herr H. zeigt mir wieder kurz den kleineren Herrn vom letzten Reading mit der Bierflasche und der Brille im Garten.
Feedback der Sitterin: Wir wissen noch immer nicht, wer diese Person ist.
Herr H.:
Das Gerede auf dem Land, ihr wisst selbst wie es da zugeht. Doch so viele Leute haben mir davon erzählt. Manchmal war ich der Ansicht, dass sie es tun, weil sie mir ein Glück mit meiner Familie neiden. Denn es kamen sogar Gerüchte auf, M. sei nicht mein leibliches Kind. Viele Menschen waren mir nicht wohl gesonnen, haben mich immer wieder verunsichert mit vielen Geschichten. Vielleicht, weil ich nach Außen so unerschütterlich schien?? Klatsch und Tratsch hat im Inneren sehr heftig an mir genagt. Ich hätte mir so gewünscht, diese Zweifel loszulassen.
Mehr als das Wort „STADT“ konnte ich Dir nicht übermitteln, es war mir so schon schwer genug gefallen.
Ich hätte Dir gerne noch gesagt, dass die Möglichkeit besteht, dass Du einen Bruder oder eine Schwester in STADT hast. Aber wie sollte ich das tun, ich habe keinen Namen, ich habe keine näheren Anhaltspunkte, ich habe nur die Gerüchte.
Immer wieder muss ich an den NAMEN denken.
Herr H. übermittelt mir, dass es nur eine einzige Person gibt, die seine Gedanken mit ihm geteilt haben, ich weiß nicht, ob es vielleicht NAME ist……
Frau M.:
Ist das jetzige Verhalten meiner Mutter zu meinem Bruder richtig?
Herr H.:
Liebe M., ich habe auch meine Aufgaben gehabt in diesem Leben und diese Situationen gehören nun zum Plan Deiner Mutter. Du weißt sicher, ich hätte ähnlich reagiert, aber von meiner jetzigen Warte aus könnte ich mir das nicht mehr vorstellen. Kinder in eine feste starre Struktur zu drängen, ohne dass sie sich je frei entfalten können, das war nicht recht. Vielleicht eine Folge aus meiner eigenen Erziehung und schwierigen Kindheit. Ich habe alles aus Liebe getan und im festen Glauben, für Euch das rechte zu tun, aber strenge konservative Strukturen engen jeden kleinen Geist ein.
Feedback der Sitterin: Hier muss mich mein Vater falsch verstanden haben, dieses Mal habe ich etwas anderes gemeint.
Frau M.:
Warum hast Du Dich die ganzen Jahre so verhalten, obwohl es klar war, dass es vielen geschadet hat? Vielleicht hattest Du einen deftigen Grund, wenn ja,
welchen?
Herr H.:
Liebe M., einen triftigen Grund hatte ich aus der damaligen Sicht schon. Ich dachte, das Richtige zu tun. Ich habe niemandem mehr vertraut, ich fühlte von der einen Seite Neid, dann wieder Unsicherheit durch die vielen Gerüchte, dann wieder die eigenen Gewissensbisse. Ich habe mich niemals richtig frei gefühlt, immer nur geglaubt, man wolle mir etwas das nehmen, was ich mir aufgebaut hatte. In vielen Fällen hatte ich sicher recht damit, aber ich habe nicht bedacht, dass genau diese Menschen ebenso reagieren wie ich selbst, ein Umstand, der aus unserer eigenen Kindheit herrührt. Ich konnte nicht anders handeln, habe immer das Gefühl gehabt, mich und das meine schützen zu müssen.
- siehe oben - diese Stellungnahme bezieht sich auf ein anderes Thema.
Frau M.:
Bist Du noch ab und zu an Deinen Lieblingsplätzen anwesend?
Herr H. zeigt mir jetzt wieder die Aussicht von dem erhöhten Standpunkt aus, in der Abendsonne blickt er auf die Ebene. Ich fühle, wie wohl sich Herr H. dort gefühlt hat.
Feedback der Sitterin: Trifft genau zu.
Frau M.:
Hast du im Sterbezimmer versucht, mich zu trösten??
Herr H.:
Nein, trösten wollte ich dich nicht, aber ich wollte, dass Du weißt, wie sehr ich dich geliebt habe.
Feedback der Sitterin: Genau So habe ich es empfunden.
Herr H.:
Die Gerüchte die aufkamen, dass du vielleicht nicht meine Tochter seiest, nagten lange, lange Jahre an mir und im Augenblick als mein
Leben hier auf der Erde zu Ende ging, hab ich es gefühlt von ganzem Herzen, Ja, Du bist meine Tochter. Es hat mir selbst sehr Leid getan, dass ich niemals so meine Gefühle zulassen konnte. Ich habe mich bei Dir entschuldigt.
Ich habe Deiner Mutter sehr vertraut, doch war ich innerlich nicht stark genug, dazu zu stehen.
© Texte: michaela gellisch- Foto: www.pixelquelle.de |