Medium-Sein - Trauerarbeit
In der heutigen Zeit gibt es sehr viele inkarnierte Seelen, die von Geburt an sehr sensitiv bzw. medial begabt sind, Menschen, die während ihres Lebensweges ihre mediale Begabung in die eine oder andere Richtung weiter entwickeln können.
Sie werden sensibler für Raumstimmungen, sensibler für Stimmungen ihres Umfeldes, manche erspüren körperliche und psychische Probleme in ihrem Gegenüber, manche bekommen evtl. Farberscheinungen zu bestimmten Situationen usw.. Ich betrachte diese Form von gesteigerter Sensitivität als Nutzung eines natürlichen Sinnes, der bei vielen leider aus verschiedenen Gründen verschüttet worden ist, aber neu entdeckt und entwickelt werden kann.
Um Medium zu sein, bedarf es meiner Meinung nach allerdings weiterer wichtiger Fähigkeiten, die ich im Folgenden einmal kurz erwähnen möchte.
Meine Definition von Medium (lat. Mitte, mitten, Mittler) besagt, dass ein Medium ein Mensch ist, der seine Talente und Fähigkeiten soweit entwickelt hat, dass er in der Lage ist, sich selbständig in Schwingungen zu versetzen, die nötig sind, um mit geistigen Wesen auf anderen Dimensionen in Kontakt zu treten, ob es nun geistige Führer sind oder aber liebe Verstorbene.
Ein Medium zu sein, bedeutet für mich, Werkzeug zu sein, Mittler zwischen den Welten, quasi das Telefon von der hiesigen Dimension zur nächsten Dimension. Es darf dem Medium nicht um sich selbst gehen bei seiner Arbeit, es kommt nicht auf seine Gedanken und Meinungen und Bewertungen an, es ist im ersten Schritt NUR Übermittler der Botschaften.
Ziel des Mediums während der Arbeit sollte es sein, sich selbst in seinen Gedanken und Gefühlen soweit zu verstehen und zu begreifen, dass es sich vertrauensvoll der eigenen geistigen Führung übergeben kann, um sich selbst für den Augenblick der Übermittlung vollkommen frei und leer zu machen, um ohne Erwartungen einfach Empfänger zu sein für die Botschaften, die kommen werden.
Jedoch sollten wir weiterhin der Ansprechpartner sein, um dem Hinterbliebenen/Sittern nach einer Botschaft hilfreich zur Seite zu stehen. Eine einfühlsame Betreuung bei Unklarheiten, bei Fragen bezüglich der jenseitigen Abläufe, bei Verständnisschwierigkeiten sollten wir anbieten können. ABER, unsere Meinung kann nur Anreiz sein, nur ein Hinweis, eine Möglichkeit, ein Anbieten von Lösungen, ein Einschätzen der Situation. Was tatsächlich für wahr genommen wird, muss die Entscheidung des Hinterbliebenen/Sitters bleiben, ohne dass das Medium sich in seiner Person getroffen fühlt.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der medialen Arbeit ist der liebevolle und gewissenhafte Umgang mit dem Hinterbliebenen und den Trauernden. Wir können den Schmerz nicht nehmen, nicht die Lücke schließen, die der Tod vermeintlich in unserem Gegenüber verursacht hat, aber wir können ein Stück aufklären, versuchen Hoffnung zu geben, versuchen zu trösten.
Wir können aufklären über jenseitige Abläufe und Zusammenhänge, können aus unserer Erfahrung berichten und versuchen, den Menschen die Angst vor dem Tod zu nehmen, in dem festen Glauben/Wissen, dass es unsere Lieben jetzt sehr gut geht, dort wo sie sind. Wir können einfach DA-Sein, zuhören, verstehen, mitfühlen und trösten, Vorschläge machen, helfen.
Ein Medium zu sein bedeutet, den Menschen und die geistige Welt liebevoll zu unterstützen, beiden Seiten gerne zu dienen, ohne die eigene Person bei der Arbeit zu wichtig zu nehmen. Auf uns kommt es nicht an, wir sind und bleiben ein Werkzeug und im günstigen Fall ein Weg-Begleiter.
Text: © michaela gellisch Foto: www.pixelquelle.de |