Als ich in meinem Buch der Schatten blätterte, fiel mir folgender Beitrag in die Hände, den ich einmal mal für ein Jung-Hexen-Forum geschrieben habe, vielleicht ist er ganz interessant für manche von Euch, bevor ich zur Sigillenmagie komme:
Von Hexen und dem Hexen!
Was ist eine Hexe? Wir wird man eine Hexe? Warum wird man eine Hexe?
Sind das nicht genau die Fragen, die uns alle vielleicht irgendwann einmal beschäftigt haben?
Ich möchte mit diesem Beitrag versuchen, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen?
Wahrscheinlich verbinden beinahe alle esoterisch interessierten „Neulinge“ mit dem Hexe-Sein auch die Hexerei. Doch was ist also „Hexerei“? Es ist nicht nur Magie. Hexe-Sein ist eine Lebensauffassung, die durch viele verschiede Faktoren langsam in mühsamer Kleinarbeit erarbeitet wurde.
Würde man eine Umfrage starten mit dem Thema „Was sind Hexen bzw. Was ist Hexerei“ , so denke ich, dass der durchschnittlich Befragte mit Vorurteilen antworten wird. Diese da lauten könnten:
- Hexen glauben an den Satan
- Hexen sind gefährlich
- Hexen verzaubern Menschen
- Hexen tun Böses
- Hexen töten Tiere in blutigen Ritualen
- Hexen beschwören böse Geister
- Hexen gehören einer Sekte an
usw. usw. Diese Liste erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, dies sind nur einige der landläufigen Vorurteile, die seit Jahrhunderten aufrecht erhalten werden.
Doch Vorurteile erzeugen Angst. Weil man allerdings nur Angst hat, vor dem, was man nicht kennt, möchte ich versuchen zu erklären, was die Lebensauffassung einer Hexe bedeutet.
Wie oben schon angemerkt, ist das Hexe-Sein eine bestimmte Lebensauffassung. Diese beinhaltet im Besonderen folgende Punkte:
- lebe im Einklang mit der Natur
- achte Menschen, Tiere und Pflanzen gleichermassen
- lerne mit Deinen Energien umzugehen
- helfe, wo Du helfen darfst
- leben und lebenlassen
- höre auf Deine innere Stimme
- handle stets verantwortungsbewusst
- SCHADE NIEMANDEM
Wie Ihr sehen könnt, beinhaltet diese Lebensauffassung keinerlei Grundsätze wie zB. „Lege Krötenbeine in Spiritus ein“. Magie ist nur ein Bestandteil, womit sich eine gute Hexe beschäftigt.
Der Weg vom Interessierten zur Hexe kann unterschiedlich aussehen. Grundsätze gibt es hier auch nicht, aber ich, die ich nun auf 20 Jahre Praxis zurückblicke, empfehle folgenden Einstieg.
Ist das Interesse für das Hexentum geweckt, so beginne zuerst, Dich mit Dir auseinander zu setzen. Lerne Dich kennen. Achte auf Deine Gefühle, auf Deine Gedanken, höre auf Deine innere Stimme. Vielleicht fängst Du an, ein Tagebuch zu führen. Schreib einfach auf, was Dir so passiert ist, wie Du darüber denkst und was Du fühlst. Schreibe auch einfach Deine Träume auf und überlege Dir, was sie bedeuten könnten. Hast Du Probleme, so versuche doch, sie zuerst mit Dir selbst auszudiskutieren, indem Du alles aufschreibst, was Dir in dem Zusammenhang in den Sinn kommt. Lerne für Deine Handlungen, die Verantwortung zu tragen. Stehe fest im Leben. Sei Dir bewusst, dass Du alles schaffen kannst, wenn Du nur an Dich selber glaubst und auch richtig handelst.
Hierbei könnte es für Dich auch von grossem Nutzen sein, zu meditieren, damit Du Deine innere Stimme hören lernst und langsam beginnst ihr zu vertrauen.
Oder kaufe Dir ein Tarotkarten-Set. Experimentiere mit den verschiedenen Fragen, die Dich beschäftigen und versuche, den Sinn der Antworten zu erfassen. Sei aufrichtig zu Dir selbst.
Desweiteren ist es auch sehr hilfreich, sich mit den Wurzeln des Hexentums zu beschäftigen. Nimm dir ein paar Bücher zur Hand, die von unseren Vorfahrinnen erzählen. Mache Dir das alte Wissen zu Nutze. Versuche herauszufinden, woran unsere Ahninnen geglaubt haben und warum sie daran geglaubt haben.
Finde heraus, wer die grosse Mutter ist, lerne aus der Geschichte, die verschiedenen Aspekte der Göttin kennen.
Beschäftige Dich mit den Elementen, den Planeten, der Kräuterkunde, der Steinkunde, den Farbschwingungen..usw. usw.
Was ich mit dieser Aufzählung sagen will, ist eigentlich ganz einfach. Lerne, experimentiere, lese und entscheide dann, welcher Weg für Dich der richtige ist.
Willst Du z.B. das Autofahren erlernen, dann muss Du doch auch zuerst wissen, welcher Hebel, welches Pedal und welcher Knopf, wofür benutzt wird, damit das Auto sich in Bewegung setzt. Du kannst Dich nicht einfach hinters Steuer setzen und sagen „Jetzt fahre ich Auto“.
Die verschiedenen Aspekte, die z.B. ein Ritual ausmachen wirken nur in Verbindung miteinander. Das Gaspedal ist Dein Geist und Deine Einstellung, die Bremse ist Dein Wissen über die Elemente usw. Eigne Dir also, bevor Du Dich traust, ein Ritual abzuhalten, solide Grundkenntnisse der einzelnen Aspekte an, damit Du die Zusammenhänge verstehst und nicht aus Unwissenheit schwere Fehler begehst beim „Hexen“.
Im günstigsten Fall passiert nämlich nix, wenn die grundsätzlichen Regeln nicht eingehalten werden, doch ist es allerdings möglich, dass eventuelle Fehler sich unverzüglich mit aller Härte bemerkbar machen.
Wisse:
ALLES, was Du ausschickst, wirst Du mehrfach zurückerhalten.
Schickst Du Liebe, wirst Du Liebe mehrfach zurückerhalten,
bist Du ungerecht, wird die Ungerechtigkeit auch Dich mehrfach treffen.
Dies ist ein Kreislauf, ein unabdingbares Gesetz, welches man sich immer vor Augen halten sollte.
Also sei Dir immer bewusst, dass Du verantwortlich bist, für das was mit Dir passiert. Es ist eine Folge Deiner Taten.
Willst Du z.B. einen Menschen mit Liebesmagie becircen, dann überlege zuvor, ob es Dir gefallen würde, von einem eventuell fremden Menschen mit einem Bindezauber belegt zu werden.
Wünscht Du Dir Reichtum, dann überlege, welche Konsequenzen dieser Wunsch für Dich und für andere haben könnte. Vielleicht würdest Du ein liebes Familienmitglied verlieren, damit Du eine Erbschaft machen kannst.
Achte also zuvor genau, auf die Zielrichtung Deiner „Hexerei“ und beachte die möglichen Folgen.
Hexen bedeutet nicht nur Magie.
Hexen heißt, sich Wissen anzueignen.
Hexen bedeutet, anderen zu helfen, sie zu heilen.
Hexerei ist nicht Mittel zum Zweck, sich andere zu unterwerfen und gefügig zu machen, sondern dient eher des besseren Auskommens untereinander. Es fördert Verständnis in die Zusammenhänge zwischen Mensch, Tier und der Umwelt.
Tue, was Du willst, aber schade niemandem
Sigillenmagie
Die Sigillenmagie ist eine der einfachsten und zugleich eine der wirksamsten Techniken der Wunscherfüllung.
Eine Sigille ist ein von Dir erstelltes Muster, welches im Sinn den Zweck bzw. den Grund Deines Wunsches wiedergibt.
Willst Du etwas herbeiführen, ist ein Problem zu klären, hast du einen dringenden Wunsch, dann empfehle ich die Sigillenmagie.
Es gibt verschiedenste Arten von Sigillen. Zahlensigillen, Farb-Sigillen, Klang-Sigillen, aber die meist verwandte Technik ist die der Buchstaben-Sigille.
Der wichtigste Punkt zur Erstellung einer wirksamen Sigille ist wohl, sich vorab in eindeutigster Weise über den Wunsch klar zu sein. In einer kurzen knappen Formulierung eines Satzes sollten Grund und Ziel des Wunsches genau definiert sein. Diese Formulierung sollte in der Form einer positiven Affirmation gehalten sein. Also z.B. „Ich bin gesund“ anstatt „Ich will keine Krankheit bekommen“ oder „Ich werde geliebt“ anstatt „Ich will nicht mehr allein sein“. Hast Du den Satz gefunden, der genau das widerspiegelt, was Du Dir erhoffst, überlege Dir zunächst gut, ob es Dein wahrer Wille ist und ob Du gewillt bist, eventuelle Konsequenzen zu tragen. Du allein musst die Verantwortung dafür tragen.
Pass auf, was Du Dir wünscht, es könnte in Erfüllung gehen.
Nun nimmst Du Deinen Satz, z.B. „Ich bin gesund“ und streichst die doppelten Buchstaben aus ihm heraus.
Ich bin gesund. - ch b-n gesund
Aus den verbleibenden Buchstaben erstellst Du nun ein Symbol , welches später nicht mehr den Satz (und Sinn) vermuten lässt, der dahinter steht. Du fertigst die Sigille, indem Du die Buchstaben in mehr oder weniger kunstvoller Art und Weise miteinander verbindest bzw. sie ineinander verschachtelst, bis das Wort nicht mehr zu erkennen ist. Lass Deiner Kreativität freien Lauf.
Male z.B. zuerst das C, setze unten an das Ende des Cs einfach den Buchstaben h an und verlängere vielleicht den Längsstrich des Hs so weit, dass du an diesem noch den Bauch für das B anhängen kannst usw.
Nun nimm noch einmal die Schwingungen Deiner Sigille in Dich auf, male Dir Dein Ziel genau aus und dann (nun der wichtigste Teil) VERGISS, was Deine Sigille zu bedeuten hat. Ich gebe zu, dies ist der schwierigste Teil Deines Zaubers, aber es ist zwingend notwenig, den Wunsch loszulassen, damit er der Erfüllung übergeben wird. Deshalb war es vorher auch so wichtig, dass aus Deinem Symbol kein Wort mehr zu erkennen ist.
Als Tipp würde ich vielleicht vorschlagen, mehrere Sigillen zu sammeln, bevor Du sie während einer Räucherung verbrennst, sie wegschmeisst, versteckst oder einem lebenden Gewässer übergibst, damit Du auch ganz bestimmt nicht mehr weißt, wofür, welche Sigille genau bestimmt war.
Ich habe mir angewöhnt, meine Sigillen aus Plätzchen- oder Brotteig herzustellen, diese zu backen und ganz einfach aufzuessen. Kreativität und Inspiration sind gefragt, denn jedes Material ist erlaubt.
Noch einmal eine kurze Warnung. Die Sigille ist ein hochmagisches und besonders wirksames Instrument zur Wunscherfüllung. Wie bei jedem anderem Zauber auch, sei Dir über Deine Verantwortung bewusst.
Tu, was Du willst, aber schade niemandem
Text: © michaela gellisch Foto: www.pixelquelle.de |